Vorarlberg

Hervorragendes neues Lauftraining

Hervorragendes neues Lauftraining

Aus Vorarlberg:

Ende August war es wieder soweit. Ich durfte wieder zur Reha in die Fachklinik Enzensberg nach Hopfen am See (D) fahren. Dieser Ort liegt im wunderschönen Bayern in der Nähe von Füssen.

Diesmal hatten sie etwas ganz Tolles: C-Mill von Motek, das ist laut meinem Physiotherapeuten der Ferrari unter den Laufbändern. Tatsächlich war Gehen auf diesem Gerät extrem hilfreich. Denn aufgrund der Kameras wurde die Gehweise von vorne und seitlich sichtbar gemacht. Außerdem stellte man fest, wieviel Gewicht der jeweilige Fuß beim Auftreten übernimmt. Dadurch wurden unterschiedlichste Schrittkombinationen ermöglicht. Näheres siehe unter web: www.motekmedical.com – einfach phantastisch!

Neue Physiotherapie ...

... für besseres Gehen

Die Klinik war wieder gut belegt. Ich hatte an meinem Tisch einen Mann namens Jürgen, der erst im August unerwartet einen Schlaganfall erlitten hatte. Natürlich kam er so rasch danach noch nicht zurecht. Im Gegensatz dazu, habe ich schon langjährige Erfahrung und im ORF wurde sogar ein Film über mich gemacht. Darin gibt es sogar Live-Aufnahmen von meinem Unfall. Also half ich Jürgen, sein „neues Leben“ zu akzeptieren.

Er hatte bereits vor seinem Schlaganfall Karten für ein Musical im Füssener Festspielhaus Neuschwanstein gekauft und besuchte während seiner Enzensberg-Zeit diese Vorstellung. Jürgen benützte zur Hilfe für seine Stabilität Gehstöcke. Als er mit seiner Gattin diese Musical-Vorstellung besuchte, wurde er von der Platzanweiserin aufgehalten mit den Worten „Stopp, Stöcke dürfen nicht in die Zuschauertribüne mitgenommen werden!“. Jürgen blickte ihr direkt in die Augen und sagte: „Entschuldigung, haben Sie ein Problem mit behinderten Personen mit einer Gehhilfe?“ Zunächst hatte es dieser Platzanweiserin die Sprache verschlagen. Aber dann ließ sie ihn mit den Stöcken hinein gehen. Jürgens Gattin, die ihn begleitete, hatte es auch fast umgehauen und sich dafür geschämt. Jürgen hat dann auch gesehen, dass eine andere Besucherin im Rollstuhl kam. Sie musste auf ihrem Sitzplatz getragen werden, weil es für den Rollstuhl nicht genügend Platz gab - und das im Jahre 2025!

Jürgen hat sich am Ende seiner Reha bei mir bedankt. Denn er teilte mir mit, dass er es durch mich, unsere Gespräche, den ORF-Film und durch meine Art mit den Unfallfolgen umzugehen, geschafft hatte, seinen Schlaganfall und die Folgen zu akzeptieren.

Das habe ich natürlich gerne gemacht. Ich freue mich schon auf´s nächste Mal und bin gespannt, was ich dann erleben werde…

 

Barbara Ghesla, Fußach

 

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Sonne, Startsprung und starke Leistungen

Sonne, Startsprung und starke Leistungen

Aus Vorarlberg

Am 29. Juli war es wieder so weit. Bei der Vorarlberger Landesmeisterschaft im Schwimmen waren auch die Flying Flippers wieder erfolgreich dabei.

Ich im schwarzen Dress neben meinen Kolleg*innen

Seit 1993 gibt es in Vorarlberg den Schwimmverein die „Flying Flippers“ für Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Wir trainieren donnerstags im Dornbirner Stadtbad. Dabei werden die Wettkampfschwimmer von staatlich geprüften Trainer*innen unterstützt und das hat sich wirklich gelohnt. Denn bei der Vorarlberger Landes-meisterschaft gibt es neben allgemeinen Bewerben auch unsere Wettbewerbe. Dabei hatten wir uns heuer besonders angestrengt und sechs Gold- und zwei Silbermedaillen erreicht.

Aber es wird nicht nur geschwommen. Im Sommer machen wir immer einen Ausflug und es gibt auch eine Weihnachtsfeier. Doch es tut gut, wenn wir als gehandicapte Personen mit den „gesunden“ Sportlern gemeinsam ein paar Längen schwimmen können. Gemeinsam macht eben alles einfach viel mehr Spaß.

 

Barbara Ghesla, Fußach

 

 

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Aphasie-Chor in Dornbirn

Aphasie-Chor in Dornbirn

Aus Vorarlberg:

Gemeinsam stark durch Musik! Unser Aphasie-Chor ist eine einzigartige Möglichkeit, Sprachfähigkeiten zu fördern, die Lebens-freude zurückzugewinnen und sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen. Die Kraft der Musik hilft, Barrieren zu überwinden und neue Wege der Kommunikation zu entdecken.

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Der monatliche Aphasie-Chor in Dornbirn

In ganz Österreich leben unzählig viele Menschen mit den Folgen einer Gehirnverletzung. Es ist eine undenkbar hohe Zahl, die zeigt, wie viele Betroffene Unterstützung benötigen. Doch die Realität ist ernüchternd. Das Angebot für ihre Behandlungen und Rehabilitation sind unzureichend. Während andere Länder wie die benachbarte Schweiz und Deutschland deutlich mehr Geld in die Unterstützung einsetzen, stehen bei uns Patient*innen oft vor großen Herausforderungen. Das Ziel des Aphasie-Chors ist es, diese Lücke ein wenig zu schließen. Er will den Betroffenen eine Stimme geben, um die notwendigen Hilfsmittel bereitzustellen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Der Aphasie-Chor ist ein Ort der Gemeinschaft, Freude und Stärke. Hier entdecken Menschen mit Sprachstörungen die Kraft der Musik, die Barrieren zu überwinden und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu schaffen. Gemeinsam singen wir Lieder, die nicht nur die Sprachfähigkeit fördern, sondern auch Zuversicht und Lebensfreude schenken.

Wir sind der Verein Österreich Schlaganfall & Aphasie Bewältigung (VÖS&AB), eine Initiative von Betroffenen für Betroffene. Unser Ziel ist es, Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben oder an Aphasie leiden, eine starke Gemeinschaft zu bieten.

Aphasie Chor mit Evelyn

Leiterin Evelyn Fink-Mennel

Im Aphasie-Chor steht nicht die Perfektion, sondern das Miteinander im Mittelpunkt. Hier finden Betroffene eine unterstützende Gemeinschaft, in der sie sich verstanden und akzeptiert fühlen. Durch regelmäßige Proben und gemeinsame Auftritte wachsen nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität.

Unter der Leitung von Evelyn Fink-Mennel treffen wir uns im Probelokal an der Ach, Raum 2, Höchsterstrasse 30, 6850 Dornbirn. Unsere nächsten Termine in diesem Jahr sind jeweils von 14.30-16.30 Uhr am 5. Mai und 2. Juni. Nach der Sommerpause geht es weiter am 1. Sep, 6. Okt, 3. Nov + 1. Dez 2025. Für persönliche Beratung sind wir erreichbar unter Tel: 0664/636 56 14 oder E-Mail: othmar.walser@gmx.at

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Schneemassen am Behindertenparkplatz

Schneemassen am Behindertenparkplatz

Aus Vorarlberg:

Unlängst gab es in Dornbirn so viel Schnee, dass er natürlich weggeschaufelt werden musste. Für die Straße gibt es dafür eigene Räumfahrzeuge. Ein Fahrer hatte sich dabei wohl nicht viel überlegt und die Schneemasse auf den Behindertenparkplatz geschoben.

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Behindertenparkplatz in Dornbirn

Da war dann weder Parken und schon gar nicht Aus- oder Einsteigen aus dem Auto möglich. Ich machte gleich ein Foto davon und schickte es an die Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Denn dieser Parkplatz ist direkt vor der SMO-Neurologische Rehabilitation und wird täglich von vielen Patient*innen benötigt.

Bereits nach zwei Tagen erhielt ich ein Entschuldigungs-schreiben. Kaufmann hatte mein Foto an die Kollegen der Schneeräumung weitergeleitet. Dazu erteilte sie den Auftrag, künftig insbesondere auf diese gekennzeichneten Plätze zu achten. Gleichzeitig wurde auch die Stadtpolizei angewiesen, ihr Augenmerk auf diesen Ort zu verstärken und gegebenenfalls solche Situationen so rasch wie möglich bereinigen zu lassen. Dieses Parkproblem wird also in Zukunft hoffentlich nicht nochmals vorkommen.

 

Barbara Ghesla, Fußach

 

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Plötzlich zur Rednerin geworden

Plötzlich zur Rednerin geworden

Nachdem ich schon seit Jahren beim Vorarlberger Monitoringausschuss dabei bin, war ich auch am 12. Oktober zur          6. Sitzung eingeladen. Das Thema lautete: „Inklusion in den Gemeinden Vorarlbergs – Wie gelingt Umsetzung der UN-Behinderten-Rechts-Konvention (BRK)?“ Das Recht von Menschen mit Behinderung ist leider immer noch nicht eindeutig umgesetzt.

Ich dachte, dass ich bei dieser Veranstaltung in der Arbeiter-kammer in Feldkirch einfach locker dabei sein und zuhören kann. Die erste Überraschung war, dass dieser Einladung so viele gefolgt waren und unbedingt noch mehr Stühle geholt werden mussten.

Mit meinem lockeren Dabeisein wurde es jedoch nichts. Denn ich wurde gleich als Moderatorin einer Arbeitsgruppe eingeteilt. In dieser Gruppe wurde über positive und negative Erfahrungen der Anwesenden und was sich ändern sollte, diskutiert. Bei uns war noch der Bürgermeister Andreas Haid aus Mittelberg dabei. Zwei Schüler der Kathi-Lampert-Schule wurden uns als Schriftführer zugeteilt. Was für ein Glück, dass wir uns schon kannten, denn ich war schon einmal in ihrer Klasse und hatte ihnen über meinen Unfall erzählt.

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Die wichtigsten Personen bei der 6. öffentlichen Sitzung des Vorarlberger Monitoring-Ausschusses – ich bin stehend 3. v. re.

Nach unserer Gruppenbesprechung musste ich als Moderatorin auf die Bühne, um über unsere Ergebnisse zu berichten. Ich war zwar sehr nervös vor den hunderten Zuhörern eine Rede zu schwingen, aber es klappte doch relativ gut. - Wie kurios: bei der ReHa hatte ich Gesprächstherapie in Kleingruppen und zwei Wochen später eine Rede bei einer großen, öffentlichen Sitzung.

Dann gab es eine Pause mit Snacks und Getränken. Dabei sind alle herumgestanden und -gerollt (Rollstuhlfahrer), als plötzlich ein großer, stärkerer Mann auf mich zukam und direkt ansprach. Ich musste ihn wohl fragend angesehen haben, denn er meinte gleich: „Barbara, Du weißt vermutlich nicht mehr, wer ich bin. Aber wir waren Kollegen und haben gleichzeitig die Gendarmerie-Schule in Gisingen besucht.“ Sein Name Anton Gerbis kam mir bekannt vor und er erzählte mir, dass er jetzt Kommandant bei der Egger Polizei geworden ist. Da mir der Grund für seine Teilnahme bei dieser öffentlichen Sitzung nicht klar war, klärte er mich gleich auf. Er ist auch Vizebürgermeister in Hittisau. Nach unserem netten Smalltalk sagte er, dass ich für ihn eine Heldin bin, wie ich mit meinem Schicksal umgehen kann und ob er mich umarmen dürfe. Natürlich hatte ich nichts dagegen und wir hielten uns gemeinsam ganz fest zusammen.

Solche Momente tun einfach extrem gut!

Wer die Sonne im Herzen trägt, lässt sie auch für andere scheinen
 und wird nie im Dunkeln stehen.
Wer die Sonne im Herzen trägt und das Lächeln im Gesicht,
 kann jede Hürde nehmen, ganz egal wie schwer sie ist.
Was die Sonne für die Blumen ist,
ist das Lächeln für die Menschen.

Barbara Ghesla, Fußach

 

 

 

Freude am Singen im Aphasie-Chor

„Eine Sprachbehinderung nach erworbener Hirnschädigung“ lautet das Stichwort der SHG für Betroffene eines Schlaganfalls.

Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Schädigung der sprachdominanten Hirnhälfte zustande kommt – bei den meisten Menschen links. Aphasie bedeutet in der Regel keinen kompletten Sprachverlust. Vielmehr kommt es zu mehr oder weniger starken sprachlichen Ausfällen, die sich sowohl beim Sprechen und Sprachverstehen als auch beim Lesen und Schreiben zeigen können. Die Betroffenen sind dadurch in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt, jedoch sind das Denken und die Geisteskraft ungestört. Eine Aphasie, egal wie schwer sie sein mag, hat für Betroffene und andere am Gespräch Beteiligte immer immense Auswirkungen auf die Kommunikation und somit auf das soziale Leben.

Alle Sängerinnen und Sänger in diesem Chor haben die Sprache ganz oder teilweise durch einen Hirnschlag, Tumor oder Unfall verloren. Singen können sie aber trotzdem und das wird bei dieser Gruppe mit regelmäßigen Gesangsproben gefördert. Durch das gemeinsame Singen + Lachen erlebt man Freude und Gemeinschaft.

Für interessierte Neumitglieder des Aphasie-Chors Vorarlberg besteht die Möglichkeit für einen Probenbesuch. Diese Treffen finden jeweils am ersten Montag im Monat von 14.30 – 16.30 Uhr statt. Das Lokal dafür ist im Treffpunkt an der Ach, Raum 2, Höchsterstraße 30, 6850 Dornbirn. Vor diesem Besuch bitte um telefonischen, aber lieber schriftlichen Kontakt mit Othmar Walser  E-Mail: othmar.walser@gmx.at oder Tel: 0664/63 65 614 (sehr langsam reden)

 

Selbsthilfe Vorarlberg

 

 

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Enzensberg, zum 45-sten Mal

Enzensberg, zum 45-sten Mal

Am 21. August war es wieder soweit. An diesem Tag begann meine 45. Rehabilitation (Reha) in der Fachklinik Enzensberg (Deutschland), meiner mittlerweile zweiten Heimat. Ich wurde freundlich begrüßt und sogar der Chefarzt rief mir am Gang ein „Herzlich willkommen“ zu. Aufgrund meiner täglichen Therapie-Anzahl komme ich mir ab und zu vor wie auf einem Intensiv-training für Spitzensportler. Aber während diesen sechs Wochen ist es voll okay.

Fachklink Ensensberg in Hopfen am See bei Füssen, D

Beim „Nordic Walking“ gab es heuer endlich auch eine langsamere Gruppe, in der ich mit meinem „Entengang“ gut mithalten konnte. Dabei war ich sogar die Schnellste und durfte die Teilnehmer anführen. Natürlich kenne ich mittlerweile alle Wege um die Klinik auswendig. Es war wirklich ein positives n,ues Gefühl für mich, dass ich sogar stehenbleiben und auf die anderen warten musste.

Da ich bei der „Wassergruppe“ schon so gut bin, durfte ich während dieser Zeit mein Schwimmtraining absolvieren. Da ich den Therapeuten seit 25 Jahren sehr gut kenne, warf er auch immer einen Blick auf meine Technik. Schließlich fragte er mich, ob ich der Gruppe das Kraulen beibringen kann. Natürlich habe ich das sehr gerne gemacht und fühlte mich innerlich von der einfachen Tellerwäscherin zur besseren Millionärin geworden zu sein …

Und noch einmal wurde ich „angestellt“. Denn bei der Sprachtherapie war eine 80-jährige Dame dabei. Sie geriet in Stress, da sie nicht wusste, wo laut Therapieheft der eingetragene Treffpunkt für Balance-Therapie zu finden sei. Wie wurde das Problemchen gelöst? Ich übernahm den Dienst als Orientierungshelferin und führte die Patientin dorthin. Vielleicht bekomme ich auch noch eine weiße Hose und grünes Shirt für den HuB-Dienst (Hol-+Bring-Dienst). Sie führen Rollstuhlfahrer oder verwirrte Leute zur Therapie und zurück ins Zimmer.

Einmal fragte mich die Pflegerin mit holländischem Akzent, wo Elisa sei. Wer bitte? Sie meinte Schwester Elisa. Aber als ich mich zu ihr drehte, erkannte sie an meiner eigenartigen Bewegung und dem weißen T-Shirt, dass ich doch eine Patientin war. Sie entschuldigte sich höflichst und ich hatte dazugelernt, dass man Shirt und Hose nicht so wie das Personal gleichzeitig in weiß tragen darf.

Bei diesem Aufenthalt ist mir wieder klar geworden, wie gut es mir geht. Es liegt an uns, nicht in der Opferrolle zu verweilen. Wir sind für den Verlauf unseres Lebens und unsere geistige sowie körperliche Gesundheit selbst verantwortlich. Auch auf dieser Reha hatte ich wundervolle Feedbacks von bekannten Patient*innen gehört: „Barbara, Du bist eine Heldin!“ … Selbst wenn ich ab und zu umfalle, ist dies Grund genug, die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken. So kann ich erkennen, wie stark ich tatsächlich bin. Krisen lehren mich, die eigenen Pläne zu überdenken und anzupassen. Es ist wichtig, die ständigen Veränderungen wahrnehmen und mit ihnen umgehen zu können. Denn ein Leben mit Veränderung und Mut ist wirklich lebenswert und wunderschön.

 

Barbara Ghesla, Fußach

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Heutige Mitmenschen – Egoismus pur

Heutige Mitmenschen – Egoismus pur

Aus Vorarlberg:

Am 30. Juli waren wir (Raimunds Geschwister, Tante, Pfleger, Besucher, zwei Mitpatienten, Rot-Kreuz-Mitarbeiter) zu „Madame Butterfly“ bei den Bregenzer Festspielen eingeladen. Raimunds Bruder hatte das wie früher organisiert. Leider ist Raimund im Mai verstorben, aber das Festspielereignis fand trotzdem statt.

 

Szenenbild Madame Butterfly mit Sonnenuntergang

„Madame Butterfly“ bei den Bregenzer Festspielen

Wir trafen uns alle im Wirtshaus am See und genossen ein umfangreiches Menü. Raimunds Schwester, die jetzt in Flensburg lebt, saß neben mir und erzählte, dass Raimund die Geschwister zusammengebracht hatte. Denn deren Mutter verstarb schon sehr jung, weshalb der Vater nochmal heiratete und weitere Kinder auf die Welt kamen. Erst durch Raimunds Unfall wurden mit gemeinsamen Treffen die Halbgeschwister zusammengeführt. Dann erfuhr ich, dass Raimund jetzt dabei ist und zeigte mir ein kleines Glasfläschchen, das mit seiner Asche gefüllt war.

Die Oper „Madame Butterfly“ war toll – sogar das Wetter spielte mit. Aber für mich war es eine Katastrophe. Nein, nicht das Stück, sondern das Verhalten des Publikums! 6659 Zuschauer*innen verließen nach dem Vorstellungsende ihre Sitzplätze, um von der Zuschauertribüne weg zu gehen.

Bei den Treppen musste ich mich aufgrund meines fehlenden Gleichgewichts am Geländer festhalten. An einer Stelle lehnte sich ein Paar mit dem Rücken an diesem Geländer an und als ich diese Stelle passieren wollte, blieben sie einfach stehen. Dadurch musste ich mich an deren Unterarmen abstützen, um vorbei zu kommen. Sie hatten sich keinen Millimeter zur Seite bewegt, sondern nur böse geschaut, als ich mich an ihnen festhalten musste.

Als ich danach Richtung geparktem Smart-Auto weiterging, wurde ich dutzende Male von anderen Zuschauern körperlich angerempelt. Für meine Stabilität und Standhaftigkeit war das ein Horror. Gott sei Dank konnte ich einem Sturz entgehen, aber für mich und meinem Körper war das ein Megastress!

Von den unzähligen „Remplern“ hat sich nur ein einziger entschuldigt. Dieses mürrische Verhalten hatte mich wirklich erschreckt. Denn eigentlich hatte ich gehofft, dass Corona unser Verhalten zueinander verbessert hätte.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Mitmenschlichkeit sowie Achtsamkeit sind total verloren gegangen. Jeder ist sich jetzt selbst der Nächste – Egoismus pur! Schade…

Barbara Ghesla, Fußach

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Viele Trefftermine und -orte

Viele Trefftermine und -orte

Aus Vorarlberg:
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Wer glaubt, dass sich im Ländle nichts tut, der/die irrt gewaltig. Hier einmal ein Überblick was alles angeboten wird:

Zunächst gibt es einmal die SHG Schlaganfall/Schädel-Hirn-Trauma Bregenz. Jeden 2. Montag im Monat, um 15.00 Uhr setzen sie sich im Lebensraum Bregenz, Clemens-Holzmeister-Gasse 2, zusammen. Die nächsten Termine sind am 8. Mai und 12. Juni. Für nähere Infos wendet man sich bitte telefonisch an: 05574/52 700 oder schickt ein Mail an: selbsthilfe@lebensraum-bregenz.at

Daneben gibt es auch in Dornbirn die SHG Schlaganfall Betroffene und Angehörige. Deren Treffen sind jeden 1. Donnerstag im Monat, um 15.00 Uhr im Café-Restaurant „s´Time Out“, Wallenmahd 23. Deren nächste Termine sind am 4. Mai und 1. Juni. Die Kontaktperson ist Ulrike Thurnher Tel: 0650/531 71 33 + E-Mail:  ru-thurnher@web.de

3-2 SHG Schlaganfall Dornbirn

SHG Schlaganfall in Dornbirn

Dazu hat Othmar Walser zwei „SHG für Aphasie/Sprach-behinderung“ gegründet. Die Gruppe in Bregenz trifft sich gemeinsam mit der anderen SHG am 2. Montag des Monats im Lebensraum. Zur Erinnerung die Tage sind am 8. Mai und 12. Juni, um 15.00 Uhr.

Die zweite Gruppe trifft sich an jedem 4. Monat in Dornbirn, Schlachthausstr. 7C/1.OG. Deren nächste Termine sind am 22. Mai und 26. Juni, ebenfalls um 15.00 Uhr. Dafür zuständig ist Othmar Walser Tel: 0664/635 56 14 + E-Mail: othmas.walser@gmx.at

Wer gerne noch mehr darüber wissen will, kann sich auch gerne an den Dachverband Selbsthilfe-Vorarlberg wenden. Dort ist Niklas Julian Burtscher, BA Generalsekretär und erreichbar telefonisch unter Tel: 0664/434 96 54 und E-Mail: info@selbsthilfe-vorarlberg.at

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Ein Sturz mit sichtbaren Folgen

Ein Sturz mit sichtbaren Folgen

Letzthin sorgte ich wieder für Aufregung im Fitnesscenter „vital PLUS“ in Lauterach. Es gibt dort eine Therapie-Abteilung, wo ich schon seit über 23 Jahren regelmäßig Physio-Therapien mache. Jeden Freitag um 8.15 Uhr habe ich diese Therapie.

Alle Achtung in „vital PLUS“ von Lauterach

Kürzlich war ich die Erste, die schon um 7.00 Uhr die Einrichtung betrat. Ich steckte meine Karte in den Check-in-Schalter und als ich in Richtung Damenumkleide einen Schritt weiterging, blieb mein linker Fuß einfach am Boden stehen. Mein rechter Fuß machte einen Schritt weiter, wodurch ich umfiel. Aufgrund meines fehlenden Gleichgewichts und Koordinationsproblemen, fiel ich um wie ein Brett und landete direkt auf dem Gesicht am Boden.

Gott sei Dank waren zwei Männer hinter mir. Sie trainieren schon seit ewigen Zeiten dort und kennen mich daher bestens. Sie stellten mich ganz vorsichtig auf und brachten mich links- und rechtsarmig festhaltend zur Sitzgelegenheit in der Umkleide. Sie setzen mich langsam hin und rieten mir, sitzen zu bleiben, bis sich mein Kreislauf wieder verbessert hat.

Als ich mich wieder wohler fühlte, wackelte ich in die Therapie-Abteilung - so sah mein Gehstil aus. Dort waren alle natürlich über meinen Sturz bereits informiert. Sturzbedingt quälte mich mein Physio-therapeut Martin diesmal nicht mit anstrengenden Kraft- und Gleichgewichtsübungen. Stattdessen massierte er mich – oh, wie fein.

Meine Stirn hatte auch schon eine Beule. Deshalb gab mir die Mitarbeiterin Carola eine Eispackung, wodurch die Schwellung abgekühlt wurde.

Danach lief alles wie freitags üblich. Ich fuhr mit meinem Smart zur Firma Doppelmayr, um in meinem Büro zu arbeiten. Meine Arbeitskollegin erschrak, als sie meine Beule sah. Sie konnte überhaupt nicht verstehen, dass ich nach diesem Sturz noch arbeiten wollte. Aber ich dachte gar nicht daran, deswegen heimzugehen.

Diese blauen Flecken waren wirklich nicht zum Übersehen

Aber als ich dann am nächsten Morgen mein Gesicht im Spiegel sah, traf mich fast der Schlag. Neben der Beule - wie von einem Einhorn - war mein linkes Auge und Kinn blau geworden. Es hatten sich dort ziemlich auffällige Hämatome entwickelt.

Okay, diese Sturzfolgen haben mich zwar noch eine Zeit lang sichtbar begleitet, aber halb so schlimm. Das Leben geht weiter, selbst wenn ich ab und zu einen Sturz baue.

Barbara Ghesla, Fußach

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Wir werden Ruth  nie vergessen

Wir werden Ruth nie vergessen

Auch wenn Ruth Leutgeb schon lange keine Treffen mehr mit der Selbsthilfegruppe für Schädel-Hirn-Trauma und Schlaganfall in Vorarlberg durchgeführt hatte, wollte doch niemand an diese schreckliche Nachricht denken. Martin, der Partner von Ruth´s Tochter Alexandra hatte mich am Anfang des Monats angerufen und berichtet, dass Ruth uns verlassen hat. Vielleicht war es eine Erlösung für ihre schwere Krankheit, aber so ein trauriges Ende will niemand wahr haben.

13.2.1949 – 4.10.2022

In den SHT-News 5/2001 berichtete Ruth zum ersten Mal von der Vorarlberger SHG für SHT. Am 17. Juli war es zu einem ersten Treffen dieser Gruppe in Dornbirn gekommen. Auch ich war bei dieser Veranstaltung dabei, die damals in den Räumen des Club Antenne stattfanden. Trefftermin war damals immer am ersten Dienstag im Monat um 18.00 Uhr.

Anfangs setzte sich Ruth mit Dr. Annemarie Bösch-Niederer sehr zuverlässig für diese SHG ein. Selbst nachdem die Kollegin damit aufhörte und auch nach dem Tod von Ruths Gatten war für Ruth an noch kein Ende zu denken. Aber als Ruth schließlich selbst krank wurde, fand sich leider kein/e Nachfolger/in.

Es ist die Zeit gekommen, die Hand loszulassen – doch niemals den Menschen. Im stillen Gedenken …

 

Sigrid Kundela, im Namen all unserer Freundinnen und Freunden

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