Monat: Oktober 2019

Fuchs-Kapelle, Unikat in Klagenfurt

Fuchs-Kapelle, Unikat in Klagenfurt

Die seit Ostern für den 5. Juli gebuchte Führung in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche St. Egid war unsere letzte Aktivität vor der Sommerpause. Darin befindet sich die Ernst-Fuchs-Kapelle, die ein wahres Unikat ist. Nur Martina kannte bisher diese Sehenswürdigkeit und schwärmte davon. Aller Neugier war geweckt und wegen der Hitze war die Kühle in der Kapelle ein zusätzlicher Genuss. Maria Hartlieb hielt unsere Führung und sie erzählte uns:

Fuchs-Bild beim Eingang in die Kapelle der Pfarrkirche St. Egid

Ernst Fuchs, geboren 1930 war Einzelkind und nicht getauft. Nach dem Willen seiner katholischen Mutter und seines jüdischen Vaters sollte er selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden. Nationalsozialismus, Emigration des Vaters, antisemitischen Anfeindungen „forderten“ seine Deportation. Eine formelle Scheidung der Eltern und röm.-kath. Taufe verhinderte dies - Gottseidank. Für den Namen wählte der erst 12-jährige Ernst noch Peter Paul, die er von seinem Lieblingsmaler Rubens übernahm. In diesem Alter erhielt Fuchs bereits Zeichen- und Malunterricht. Dem folgten Studium der bildenden Künste in Wien, Ausstellungen in Paris (übersiedelte 1950), Reisen in die USA, Italien, Spanien, England und ein längerer Aufenthalt im Kloster am Berg Zion (Israel). Hier galt sein Interesse der Ikonenmalerei, bevor er 1962 wieder zurück in Wien eine Professur erhielt.

Die Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt sollte durch neuen Glanz erstrahlen. Persönlichkeiten aus Politik und Religion kannten Fuchs und dessen Arbeiten, schlugen ihn dafür vor. Es scheiterte an Fuchs Honorarforderung.

Doch viele Jahre später machte Fuchs selbst ein Angebot. Er wolle, nur für Kost, Quartier und Material künstlerisch tätig werden. Welch eine Freude! Jeder nahm an, dass das Kunstwerk „bald“ fertiggestellt sei. Das war aber ein Irrtum! Erst am 30. Jänner 1991 begann Ernst Fuchs mit seinen Arbeiten „Die Apokalypse nach Johannes“. Jährlich malte er zwei bis drei Monate in Klagenfurt. Bilder mit kräftigen Farben sind die Kennzeichen Fuchs und bewirken durch die Lasurmalerei eine räumliche Tiefenwirkung.

Das Sprichwort. „Gut Ding brauche Weile“ hat bezüglich der Fuchs-Kapelle 100% Gültigkeit. Während seiner Schaffenszeit von ganzen 20 Jahren führte Fuchs zum besseren Verständnis viele Gespräche mit Religionswissenschaftlern und Theologen. So wurden in der 160 Quadratmeter großen, mit fantastischen Farben ausgestatteten Kapelle auch biblische Bilder durch zeitgenössische ergänzt und in Beziehung gebracht. Daher schweben ein Satellit, ein Astronaut, ein Kampfflugzeug, während der Weltuntergang mit dem Untergang der Titanic zu sehen ist.

Diese Farben, Ausdruckskraft, Details, Wucht und Feinheit erstaunen zugleich. Welches Können gepaart mit Weitblick hatte dieser Künstler? Wir waren sprachlos. Ein Jeder suchte in den Bildern nach „Verborgenem“ und wurde seiner Meinung auch manchmal fündig. Ja in Jedem von uns steckt eben ein Künstler.

Nach diesem überwältigenden Eindrücken wurde der Turm der Stadtpfarrkirche mit seinen „wenigen“ Stufen erklommen. Hier oben nahmen die Augen nicht nur die Weite sondern auch andere uns gewohnte, wohltuende Farben der Umgebung wahr. Danach setzten wir uns noch im Gastgarten zusammen und beendeten am Alten Platz mit Eis dieses tolle SHG-Treffen.

Wir hoffen, dass alle Leserinnen und Lesern einen angenehmen und unfallfreien Sommer erlebt haben und freuen uns auf unser nächstes Wiedersehen. Bitte dafür den 4. Oktober 2019, um 14.00 Uhr in der Praxis von Mag. A. Fahlböck, Widmanng. 43, in Villach freihalten.

Mag. Martina Bergner, Wernberg, Terlach

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Der BVSHOE stellt sich vor

Der BVSHOE stellt sich vor

Unsere Vorstandsmitglieder

Angelika Widhalm, Vorsitzende

Waltraud Duven, Stv. Vorsitzende, Schriftführerin, Stv. Kassierin

Mag.(FH) Michael Alexa, Kassier

Ernst Leitgeb, Vertreter für seltene Erkrankungen, Stv. Schriftführer

Unser Büroteam

Mag.(FH) Sabine Röhrenbacher, Leitung Büro und Kommunikation

Stefan Naber, IT & Social Media

Unsere Kontaktdaten

Bundesverband Selbsthilfe Österreich, Lambrechtgasse 5/7, 1040 Wien

Tel: (01/392 00 11 + : office@bvshoe.at + : www.bvshoe.at

Unsere Arbeit und unsere Ziele

Der Bundesverband Selbsthilfe Österreich (BVSHOE) ist der Dachverband der bundesweit tätigen, themenbezogenen Selbsthilfe- und Patientenorganisationen in Österreich. Unser zentrales Anliegen ist der respektvolle Umgang mit Betroffenen, die Mitbestimmung und Mitwirkung im Gesundheitswesen und ein konstruktiver Dialog auf Augenhöhe. Wir stärken die Rolle der Patient/Innen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Gesellschaft und vertreten die Anliegen und Interessen der themenbezogenen Selbsthilfe- und Patienten-organisationen auf Bundesebene. Wir schaffen ein öffentliches Bewusstsein für die Anliegen und Forderungen der Patient/Innen in Österreich. Der BVSHOE ist ein nicht gewinnorientierter Verein mit dem Ziel, die Werte unserer Mitglieder in der Öffentlichkeit und auf Bundesebene zu repräsentieren. Durch die Vielfalt der Mitglieder sowie den Anspruch, der Öffentlichkeit, Politik und Institutionen in einem Dialog auf Augenhöhe zu begegnen, bewahren wir unsere inhaltliche Unabhängigkeit.

Wir möchten ehrenamtliche Arbeit im Patientenumfeld wertschätzen und durch unsere Arbeit unterstützen, um die Würde der Betroffenen in jeder Situation zu schützen. Wir verstehen uns als streng unabhängige, überparteiliche, überkonfessionelle Institution, die mit allen gesundheits- und sozialpolitischen Vertretern, Organisationen und Stakeholdern (Betroffenen) stets einen offenen Dialog zur Lösungsfindung führt.

Konstituierung des BVSHOE (© BVSHOE / Sabine Röhrenbacher)

Wir danken allen in der Selbsthilfe Engagierten!

Die Selbsthilfe ist ein wesentliches Standbein des Gesundheitswesens und das ist nur durch Ihr Engagement und Ihre Arbeit möglich. An dieser Stelle bedanken wir uns bei unseren Mitgliedsorganisationen, auch beim Gründung ÖGSHT dabei ist, sowie bei allen in Selbsthilfegruppen, Selbsthilfe- und Patientenorganisationen Engagierten und deren Angehörigen.

Mag.(FH) Sabine Röhrenbacher

Bundesverband Selbsthilfe Österreich - www.bvshoe.at

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Termine Nov-Dez 2019

Termine Nov-Dez 2019

November:

Di 05. 11.         „Tag der Selbsthilfe Tirol“, Bezirkskrankenhaus Kufstein, Endau 27, 9.00-14.00

Di 05. 11.         Grazer Aphasiker bei SH-Steiermark, Lauzilgasse 25, 3. Stock, 17.30

Fr 08. 11.          SHG-Villach besucht die ASFINAG in Villach Tel:  0664/972 59 36

Fr 08. 11.          SHG-Bregenz im Gasthaus „K9“, Meinradgasse 8, 16.00

Sa 09. 11.         SHG-St. Pölten Treffen im Gasthaus Bertl in Gerersdorf, 11.30

Sa 09. 11.         Wiener Kegelrunde in Freizeitoase, Kendlerstrasse 38, 15.00

Sa 09. 11.         Vernissage von Tim Hind, Im Wird 17, 1020 Wien, 10.00-15.00

Mo 11. 11.       SHG-Bregenz im Lebensraum Mariahilf, Holzmeister-G. 2, 18.00

Mo 11. 11.       Wiener Aphasikertreffen mit Nudi im Gasthaus Dani, 15.00

Di 12. 11.         „Tag der SH OÖ“ im Klinikum Steyr, Sierningerstrasse 170, 10.30-14.00

Di 12. 11.         „Sport als Parallelwelt“ von Dr. Michael Jahn in Wiener Urania, 15.00

Fr 22. 11.          Führung „Echt tierisch“ im Kunsthistorischen Museum Wien, 15.00

So 24. 11.         SHG-Hollabrunn mit Exoskelett-Training bei Fam. Walzer, Zemling, 15.00

So 24. 11.         „Tag der Selbsthilfe“ im Wiener Rathaus, 10.00-18.00

Fr 29. 11.          SHG-Zell am See im Pfarrzentrum Schüttdorf, 17.00

Dezember:

Di 03. 12.         Grazer Aphasiker bei SH-Stmk, Lauzilgasse 25, 3. Stock, 17.30

Mi 04. 12.         SHG-Steiermark: Adventfeier im Seminarzentrum, 15.00

Do 05. 12.        Benefizveranstaltung für SHG-SHT im RZ Wien-Meidling, 16.30

Fr 06. 12.          SHG-Villach besucht den Adventsmarkt Tel: 0664/972 59 36

Sa 07. 12.         SHG-Waldviertel im Gasthaus Huber in Rastenfeld, 14.00

Mo 09. 12.       SHG-Bregenz im Lebensraum Mariahilf, Holzmeister-G. 2, 18.00

09.+10.12.        Weihnachtsmarkt im UKH Wien-Meidling, 9.30-15.30

Mo 09. 12.       Wiener Aphasikertreffen mit Nudi im Gasthaus Dani, 15.00

So 15. 12.         SHG-Wien: Weihnachtsgeschichten + Liedersingen, 15.00

Fr 20. 12.          SHG-Bregenz im Gasthaus „K9“, Meinradgasse 8, 16.00

Fr 20. 12.          Führung „Feste feiern“ im Kunsthistorischen Museum Wien, 15.00

Fr 27. 12.          SHG-Zell am See im Pfarrzentrum Schüttdorf, 17.00

Dazu in Wien jeden MO English Tea Time, MI Bowling + DO Billard

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„Café im Dunkeln“ beim Blindenverband

„Café im Dunkeln“ beim Blindenverband

SHG-SHT Villach

Am 3. Mai besuchten wir mit der Gruppe „Hirnverletzt-vernetzt“ den Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten. Bereits 1946 wurde dieser unabhängige und gemeinnützige Verein gegründet. In der Vereinsunterkunft brachte uns sehbeeinträchtigter Willibald Kawalirek Informationen und durch eine Führung die Welt der Blinden näher.

In Kärnten leben derzeit 500 vollblinde- sowie 1500 Personen mit einer Sehleistung unter 5% verschiedlichen Alters. Diese Beeinträchtigung birgt große Gefahr der sozialen Isolation. Auch der Verein hilft mit Beratung für Betroffene und deren Angehörige, soziales Service, die Suche nach sowie Schaffen von Arbeitsplätzen und deren Erhalt. Dazu gibt es auch Informationen über Hilfsmittel wie: sprechende Uhr, Wecker, Telefon, Spiele, vorlese Bildschirm, Lupen, eigene PC-Tastatur, Sportmöglichkeiten …

Im Kärntner Blinden- und Sehbehindertenverband

Der Verein wird auch bei öffentlichen Bauten herangezogen. Ebenso beherbergt das Gebäude eine Werkstatt, wo Betroffene Besen und Bürsten unterschiedlicher Größen und Material herstellen. Auch ein Tischtennisraum mit speziell ausgestattetem Tisch und geänderten Regeln, wie eine Schießanlage werden für sportliche Aktivitäten angeboten. Willibald Kawalirek erzählte uns mit Stolz, dass es bereits eine Schießweltmeisterin gibt.

Den Abschluss dieses Nachmittages erlebten wir eingeladen auf Kaffee und Kuchen in völliger Dunkelheit - natürlich mit einer Erleichterung. Bevor das Licht ausging, hatten wir kurze Zeit uns die Gegenstände auf dem gedeckten Tisch einzuprägen. Dann wurde es finster - wirklich ganz finster. In dieser Dunkelheit sollten wir uns Kaffee aus der Thermoskanne einschenken sowie bei Bedarf Milch und Zucker  verwenden. Viele - auch ich - hielten dazu einen Finger in die Tasse. So konnten wir die Kaffeemenge „erfühlen“. Der anfänglichen Stille folgte Gelächter und Plauderei. Toll, wenn man über sich selbst lachen kann.

Als weitere Herausforderung servierte Willibald Kawalirek Jedem ein Stück cremigen Kuchen. Der Kaffee schmeckte hervorragend, obwohl sich der Umgang mit dem am Teller platzierten Kuchen, der Größe auf der Gabel sowie die Führung zum Mund als ziemlich schwierig gestaltete. Man wollte ja bei Licht keinen „Saustall“ am Tisch erblicken. Daher ist für betroffene Personen eine immer gleichbleibende Ordnung wichtig, sie erspart Zeit und reduziert Hektik. Zusätzlich verfügen Sehbeeinträchtige/Vollblinde als „Erleichterung“ für den Tagesablauf über einen ausgeprägten Tast- und Gehörsinn.

Endlich ging das Licht an und so furchtbar war der Tischanblick gar nicht – Gott-sei-Dank! Gemeinsam „säuberten“ wir die Tische und plauderten. Unsere Hochachtung stieg und Wertschätzung gebührt den betroffenen Menschen sowie deren Angehörigen.

An diesem Nachmittag lernten wir nicht nur Leute von der Gruppe „Hirnverletzt-vernetzt“ kennen. Nein, wir durften viele bis dahin unbekannte Informationen und Praxiserfahrung mitnehmen, welche sicher jedem im Gedächtnis bleiben. Herzlicher Dank Willibald Kawalirek sowie Ricarda Motschilnig

Unser Kollege von der SHG-Villach, Roland Pirzl hatte sich leider bei einem Sturz den Oberschenkel gebrochen und wird daher längere Zeit ausfallen. Wir wünschen ihm alle eine gute Besserung und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Mag. Martina Bergner, Wernberg, Terlach

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