Aus Vorarlberg:
Ende August war es wieder soweit. Ich durfte wieder zur Reha in die Fachklinik Enzensberg nach Hopfen am See (D) fahren. Dieser Ort liegt im wunderschönen Bayern in der Nähe von Füssen.
Diesmal hatten sie etwas ganz Tolles: C-Mill von Motek, das ist laut meinem Physiotherapeuten der Ferrari unter den Laufbändern. Tatsächlich war Gehen auf diesem Gerät extrem hilfreich. Denn aufgrund der Kameras wurde die Gehweise von vorne und seitlich sichtbar gemacht. Außerdem stellte man fest, wieviel Gewicht der jeweilige Fuß beim Auftreten übernimmt. Dadurch wurden unterschiedlichste Schrittkombinationen ermöglicht. Näheres siehe unter web: www.motekmedical.com – einfach phantastisch!
Neue Physiotherapie ...
... für besseres Gehen
Die Klinik war wieder gut belegt. Ich hatte an meinem Tisch einen Mann namens Jürgen, der erst im August unerwartet einen Schlaganfall erlitten hatte. Natürlich kam er so rasch danach noch nicht zurecht. Im Gegensatz dazu, habe ich schon langjährige Erfahrung und im ORF wurde sogar ein Film über mich gemacht. Darin gibt es sogar Live-Aufnahmen von meinem Unfall. Also half ich Jürgen, sein „neues Leben“ zu akzeptieren.
Er hatte bereits vor seinem Schlaganfall Karten für ein Musical im Füssener Festspielhaus Neuschwanstein gekauft und besuchte während seiner Enzensberg-Zeit diese Vorstellung. Jürgen benützte zur Hilfe für seine Stabilität Gehstöcke. Als er mit seiner Gattin diese Musical-Vorstellung besuchte, wurde er von der Platzanweiserin aufgehalten mit den Worten „Stopp, Stöcke dürfen nicht in die Zuschauertribüne mitgenommen werden!“. Jürgen blickte ihr direkt in die Augen und sagte: „Entschuldigung, haben Sie ein Problem mit behinderten Personen mit einer Gehhilfe?“ Zunächst hatte es dieser Platzanweiserin die Sprache verschlagen. Aber dann ließ sie ihn mit den Stöcken hinein gehen. Jürgens Gattin, die ihn begleitete, hatte es auch fast umgehauen und sich dafür geschämt. Jürgen hat dann auch gesehen, dass eine andere Besucherin im Rollstuhl kam. Sie musste auf ihrem Sitzplatz getragen werden, weil es für den Rollstuhl nicht genügend Platz gab - und das im Jahre 2025!
Jürgen hat sich am Ende seiner Reha bei mir bedankt. Denn er teilte mir mit, dass er es durch mich, unsere Gespräche, den ORF-Film und durch meine Art mit den Unfallfolgen umzugehen, geschafft hatte, seinen Schlaganfall und die Folgen zu akzeptieren.
Das habe ich natürlich gerne gemacht. Ich freue mich schon auf´s nächste Mal und bin gespannt, was ich dann erleben werde…
Barbara Ghesla, Fußach










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