Therapie-Einschränkungen wegen Corona

Am 23. Oktober 2021 war es wieder soweit. Es hieß Beginn meiner 36. ReHa in der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See (D). Heuer war vieles  Corona-bedingt anders. Dadurch fanden Gruppentherapien nicht statt – kein gemeinsames Kochen oder Gesprächsgrupppen. Das tat mir besonders leid,  denn gemeinsam machten solche Therapien immer viel Spaß. Das Essen im Speisesaal am 6-er-Tisch war in drei Schichten zu je 40 Minuten eingeteilt. Für mich war das ein Mega-Stress, denn bis ich am Buffet das komplette Frühstück, Mittag- und Abendessen beisammen hatte, war schon viel Zeit verloren. Als langsame Esserin war dann nicht mehr viel Zeit übrig, aber ich bin nicht verhungert.

Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See im Allgäu (D)

Früher war jeden Abend und am Wochenende „freies Schwimmen" in einem der 3 Hallenbäder erlaubt. Es gab auch ein tolles Freizeitprogramm, wie basteln, singen, wandern, Messe … was diesmal leider auch nicht stattfand.

Diesmal bekam jeder Patient ein Therapieheft, indem nicht nur alle Therapien, sondern auch die Essenszeiten eingetragen waren. Ich hatte das Glück, bei der 1. Schicht dabei zu sein: Frühstück 7.00 Uhr, Mittagessen 11.30 Uhr und Abendessen 17.15 Uhr. Da ich wie immer natürlich möglichst viele Therapien machen wollte, war mein Programm richtig voll: 20-Minuten Ausdauertraining, 60-Minuten-Trainingsprogramm im medizinischen Trainingstherapieraum, Physio-Therapie, Nordic-Walking, Bewegung im Wasser, Ergo-Therapie und Eigentraining wie Aufmerksamkeitstherapie und Psychotherapie. Teilweise hatte ich über 12 Termine pro Tag.

Für mich ist diese Klinik wie eine 2. Heimat. Denn insgesamt war ich bereits über 3 Jahre stationär dort untergebracht und das war richtig angenehm. Ich musste nichts mehr erklären, denn fast alle Ärzt/Innen, Therapeut/Innen, Pfleger/Innen, Service- und Klinik-Mitarbeiter/Innen kennen mich. Der Physiotherapeut, der mich ab 1998 als  erste Patientin dort therapiert hatte, war auch heuer wieder mein Physio-Therapeut und das war wirklich super!

Ich kam vier Monate nach meinem Unfall zur ReHa in die Fachklinik Enzensberg. Vom LKH Rankweil schickte man mich nach dem Koma lieber in das Allgäu. Denn damals gab es für neurologische ReHa nur noch das viel weiter entfernt liegende RZ Wien-Meidling. In Enzensberg werden auch Österreicher behandelt. Aufgrund der Nähe zu Tirol und Vorarlberg gibt es in dieser Fachklinik auch eine Menge Mitarbeiter/Innen aus unserem Land.

Diese Klinik begeistert mich jedes Jahr. Dank der  tollen Behandlung geht es mir inzwischen schon so gut,  dass ich wieder auf meinen eigenen Beinen gehen kann. Damit meine Fitness so gut bleibt, werde ich nächstes Jahr wieder kommen und freu´ mich schon d´rauf.

Barbara Ghesla, Fußach

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