26. Juli 2026
Um einen Termin für die Führung von einem Klagenfurter Nachtwächter zu bekommen, das dauerte. Am 26. Juni, um 21.30 war es soweit. Gespannt warteten wir auf Nachtwächter Horst. Wir hielten Ausschau nach einem Herrn im traditionellen Gewand. Wo blieb er nur? Es wird ihm doch hoffentlich nichts dazwischengekommen sein?
Nachtwächter Horst
Aber nein, so war es nicht! Nur weil es auch am Abend noch heiße Temperaturen gab, kam er nicht in voller Verkleidung, die man auf dem Bild sehen kann. Eine brennende Kerze in der Laterne diente als Lichtquelle. Dazu hatte Horst noch einem Stab, der bei Gefahr zur Hilfe eingesetzt werden konnte. So führte er uns durch einsame Gassen und Plätze mit besonderen Objekten aus früheren Zeiten. Gespannt und interessiert lauschten wir seinen Erzählungen aus dem Mittelalter.
Kaiserin Maria Theresia
Er berichtete uns in der damals üblichen Wortwahl, wie manche Sachen entstanden waren. Sie hatten die kuriosesten Bedeutungen und unglaublichste Aussagekräfte. Im Haus der „Guten Frauen“ herrschte das Rotlichtmilieu. Horst zeigte uns den Kopf eines Bäckerbuben auf einer Hauswand. Auch die Säulen hatten bestimmte Gründe und die Statue von Kaiserin Maria Theresia ehrte schon damals ihre Tatkraft. Dort gibt es auch alte Herrenhäuser, Verwaltung- und Gerichtsgebäude.
Pferd aufsteigen
Schlussendlich kamen wir auf den großen Platz zum Landhaus. Horst zeigte uns die stufige Aufstiegshilfe, mit der man sich leichter auf ein Pferd setzen kann. Beeindruckend sind die Stiegen zum Eintritt ins Gebäude. Am Dach kann man auf den beiden Türmen mehrere Wappen erkennen.
Auf der Stiege führte uns Horst vor, wie man sich je nach gesellschaftlichem Stand verhalten musste. Zur Begrüßung sollte man sich richtig verbeugen. Dann durften wir selbst einmal in niedrigere aber auch höhere Positionen schlüpfen. Natürlich wollte dabei jeder gerne die beehrte Kaiserin sein.
Nachtwächter Horst (li) mit Horn beim Signalblasen
Zu nächtlicher Stunde war das Landhaus freilich geschlossen. Folglich konnte der Wappensaal, Regierungssaal mit der bekannten Wandmalerei von der Volksabstimmung nicht besichtigt werden.
Vor dem geschäftsträchtigen Landhaus trennten sich unsere Wege. Wir sind Horst sehr dankbar, dass wir von ihm so viel Info über Besonderheiten in unsere Hauptstadt Klagenfurt erfahren konnten. All unsere Fragen wurden von dem Nachtwächter professionell beantwortet, da er einmal Geschichte studiertet hatte. Die Dunkelheit der Nacht verlieh unserem Rundgang eine mystische Stimmung. Sicher werden wir jetzt nicht mehr unbeachtet an den vielen aussagekräftigen Sehenswürdigkeiten vorbeigehen.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten,
Martina Bergner, Wernberg, Terlach










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